Shoppingstopp. Oder HILFE, ich wurde angefixt.

Für die Läden in meiner Stadt muss es ein guter Monat gewesen sein, wenn ich mich knapp vor Ende hinsetze und mir für die nächste Zeit einen Kaufstopp auferlege. Ich, eine Frau mit unsagbarer Kauflust. Ich habe das Gefühl, dass nur ich allein für mindestens 40 % der Konsumausgaben deutscher Haushalte im März 2015 verantwortlich bin. Und was hier so witzig klingt, ist eigentlich ziemlich ernst. Denn ich habe im dritten Monat des Jahres so viel Geld wie noch nie zuvor innerhalb von knapp 30 Tagen ausgegeben. Und das, obwohl der Monat nicht mal vorbei ist. Ein Blick über mein Online-Konto zwang mich direkt in die Knie und erforderte ein ernsthaftes Resümee: was habe ich in diesem Monat eigentlich getrieben?

Ich spreche hier nicht vom Einkauf wesentlicher Dinge wie neuer Kleidung, weil die alte etwas zu zwicken beginnt. Oder Kinderkleidung. Oder Klopapier. Ich spreche von meinem 20. Make Up, einem formschönen Dekoartikel, den ich in der Wohnung mit Kind, das sich an allem hochzieht, sowieso verstecken muss und von Mist. Mist, den kein Mensch dieser Welt braucht. Ganz hoch im Kurs sind da Dinge, von denen ich durch andere Blogger ‘angefixt’ wurde. Es gibt ein neues Duschgel mit Pfirsichduft und xyz schreibt, der Duft wäre der Himmel. Dann zieh ich los, schnuppere dran, stimme ihr zu und kaufe. Und füttere somit meine Angst, in ein paar Tagen gäbe es in unseren Drogerien kein Duschgel mehr zu kaufen. Ich horte nämlich. Und ich weiß nicht, wieso ich das tue.

Kosmetik hat sich zu meiner Leidenschaft entwickelt, fast zu einem Hobby. Ich beschäftige mich nicht nur mit dem Schminken an sich, sondern befasse mich mit Inhaltsstoffen, Herstellungsverfahren, Utensilien und der Kunst, das Zeug richtig zu verwenden. Und ich bin nur zu gern bereit, für dieses Hobby Geld zu investieren. Aber auch hier muss es Grenzen geben und die Einsicht, dass ich mir gegenüber nicht jeden Kauf mit dieser Leidenschaft rechtfertigen kann.

Was nun folgt, ist ziemlich simpel. Und passiert so auch nicht das erste Mal in meinem Leben. Ich reduziere. Und rationiere. Ich ziehe mir selbst Grenzen, die ich nicht übertrete. Und ich verstecke meine Geldkarte. 🙂

Es ist sehr interessant, wie ich zu diesem Entschluss gekommen bin. Denn im Grunde genommen ist mir schon im Laufe des gesamten Monats und mit jedem Zücken des Portemonnaies bewusst gewesen, dass das mächtig in die falsche Richtung läuft. Aber gestern, da war ich mit meinem zukünftigen Ehemann auf der Suche nach den perfekten Trauringen. Im ersten Laden waren wir wie vor den Kopf gestoßen. Ein solches Überangebot und wir hatten gar keine Ahnung, was wir eigentlich wollen. Also suchten wir die Spezialisten auf. Und liefen durch den Laden, um uns für das Beratungsgespräch schon einmal Eindrücke zu verschaffen. Und da war dieser eine Moment: wir blieben gemeinsam vor Trauringen stehen, die uns so niemals in den Sinn gekommen wären. Und wussten genau, dass das unsere Ringe sind. Und das Doppelte von unserem Budget beanspruchen.
Aber das sind die Dinge, für die wir sparen. Für Werte. Ich meine damit nicht den Goldpreis, sondern den Fakt, dass wir diese Ringe unser Leben lang tragen wollen. Und das richtige Gefühl dabei hatten. So ging es uns bisher bei allem, was essenziell in unserem Leben ist. Unsere Hochzeit, die unvergesslich werden soll. Unsere Wohnung, in der wir so viel und gern Zeit verbringen und unsere Tochter großziehen. Unsere Reisen und Ausflüge. Wir sparen für Erinnerungen.

Und das gab mir den Schubs. Ich schaffe Platz in meinen Schubläden, wasche mich um mein Leben, um das Duschgel zu verbrauchen und bemale mich mit dem, was vorhanden ist. Denn das würde reichen, um alle Mädels bei Germanys Next Topmodel zu versorgen. Und ich glaube, ich kann mich daran halten. Wenn MAC keinen 80%-Sale plant, wird die Herausforderung gar nicht so groß sein. 🙂

Denn ich will Erinnerungen…

zbderblog

*Bild  © http://www.acredo-trauringe.de

This entry was published on March 24, 2015 at 8:46 am. It’s filed under Lebensart, Lifelines & Kolumne and tagged , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

2 thoughts on “Shoppingstopp. Oder HILFE, ich wurde angefixt.

  1. Ein schöner Bericht in welchem ich mich glatt wieder erkenne. Mir geht es derzeit genau so, zwar spare ich auf nichts, aber es ist einfach zu viel Kram, unötiger Kram vorhanden, so dass ich mal einen Kaufstop einlegen möchte. Die vergangen Zeit habe ich schon sehr auf meine Einkäufe geachtet und auch das machte sich schon auf meinem Konto bemerkbar. Ich denke mit dem Kaufstop wird man sich noch mal bewusst, wie viel Geld dafür so drauf geht. Ich drücke dir die Daumen fürs Durchhalten. Ich habe ja eine kleine Blog-Reihe zum Thema gestartet, mal schauen wo mich die Reise hinführt, aber gegenseitige Motivation kann ja nicht schaden 😉

    Herzliche Grüße Bib

    • Huhu, ich verfolge deinen Blog ja und hatte deinen Kaufstop ein wenig im Hinterkopf, als ich meinen Artikel geschrieben habe! 🙂 Dir auch viel Glück beim Durchhalten und danke für deinen lieben Kommentar! ❤

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