Zu kalt.

Ich mag Weihnachten. Nicht des Festes wegen. Nicht wegen der Geschenke oder der Dekoration. Ich liebe Weihnachten, weil es eine von wenigen Gelegenheiten ist, an denen ich meine Liebsten sehen kann. Und wegen des Essens. Aber darum geht es hier gerade nicht. 🙂
Aber ich mag den Hype um Weihnachten nicht. Ich muss nicht wochenlang vorher dekorieren, ich muss nicht bereits am 01. Advent alle Geschenke beisammen haben. Und ich muss nicht dankbarer sein, als ich es eh schon bin. Denn ich mache mir nicht nur zu einem solch besinnlichen Fest bewusst, was ich habe. Ein warmes Zuhause. Eine gesunde Familie. Und einen Job, der mich erfüllt. Und ja, dazu kommt, dass ich mir grundsätzlich kaufen kann, wonach mir der Sinn steht. Ich kann essen was und wann ich es will. Und ich kann mich abends beruhigt an die Schulter meines Mannes kuscheln, ohne Angst haben zu müssen vor dem nächsten Tag.
Mir ist nicht nur zu Weihnachten klar, dass es diejenigen, die diese Angst haben, da draußen tatsächlich gibt. Sie umgeben uns. Jeden Tag. Und jeden Tag benötigen sie ein kleines Stückchen Hilfe von mir. Und dir.
Zuerst einmal möchte ich ehrlich zu euch sein: ich verschenke kein Geld. Das ist eine Kopfsache und nichts, wofür ich mich verstecken muss. Aber ich verschenke Aufmerksamkeit. Ich teile mein Essen oder mein Getränk. Ich kaufe eine Essensmarke und gebe sie einem Bedürftigen. Ich kaufe warmen Tee und rufe die Kältehilfe, wenn ich sehe, dass jemand friert. Ich schaue hin und nicht weg.

Vor einiger Zeit bin ich durch eine tolle Aktion auf Facebook auf die Kältehilfe in Berlin aufmerksam geworden. Viele verschiedene Organisationen bieten die Möglichkeit, per Handy in wenigen Sekunden die Kältehilfe zu rufen und somit eines von vielen Leiden zu beenden, die der Winter mit sich bringt. Auch die Caritas ist bekannt für ihren Einsatz. Ob Wärmestube mit einem warmen Essen oder das Arztmobil, viele Obdachlose wissen gar nicht, welche Möglichkeiten sie haben.

Um euch dieses Thema nahezubringen, hat die Caritas ein Video hochgeladen, welches trotz überzogener Musik auf die Ernsthaftigkeit von Obdachlosigkeit hinweist. Viele können sich nicht vorstellen, wie schlimm es sein muss, zu frieren und Hunger zu haben. Ich gehöre dazu. Umso wichtiger ist es, dass man seinen Blick für solche Themen weitet und einen kleinen Schritt geht, der für viele andere viel mehr bedeutet.


Ich wünsche euch allen besinnliche und warme Weihnachten!

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This entry was published on December 20, 2015 at 8:49 pm. It’s filed under Lebensart and tagged , , , , . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

2 thoughts on “Zu kalt.

  1. Schön geschrieben. Ich denke, dass viele wissen welche Hilfe sie bekommen können, aber die Hilfe nicht annehmen. Es gibt Menschen die wollen niemandem etwas schuldg sein. Da ist der Stolz manchmal größer als der Schmerz und das Leid.

    Ich wünsche auch dir und deinen Lieben ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

  2. Hallo Zauberblütchen 🙂
    Einen Kältbus gibt es auch bei uns in Frankfurt am Main. Eine große S-Bahn Station mit großer Einkaufsebene “die Hauptwache” wird für Obdachlose offen gelassen, damit sie im Winter draußen nicht frieren müssen. Das Problem vieler Obdachloser ist, dass sie nicht in irgendeine Einrichtung oder Schlafsaal mit Regeln gehen wollen. In vielen ist eben Alkoholverbot und fast alle Obdachlose sind Alkoholiker. Dann bleiben sie lieber draußen auf der Straße, was im Winter sicherlich qualvoll ist. Ich möchte mir das gar nicht vorstellen und bin froh das ich eine warme Wohnung habe. Hier in Frankfurt am Main gibt es sehr viele Obdachlose und man sieht immer mehr alte Leute, die in Mülltonnen oder Abfallkörbe nach Pfand Flaschen suchen. Und gerade in der Bankenstadt Frankfurt am Main ist es schon ein unwirklicher Anblick. Aber es ist so und es wird immer schlimmer. Unter solchen Anblick vergeht mir das Weihnachtsfest schon etwas. Jetzt mit 45 gebe ich eh nicht mehr so viel auf Weihnachten und das ganze Drum Herum sagt mir gar nicht so zu, ähnlich wie bei dir. Ich finde toll, dass du den Blick auf Ärmere und Obdachlose Menschen richtest und nicht die Augen verschließt, wie fast alle anderen. Gerade zu Weihnachten sollte man auch ruhig den Blickwinkel mal auf Ärmere Menschen richten und evtl. sich in irgendeiner Weise arrangieren. Gibt sicherlich Möglichkeiten dazu und wenn es nur Geld spenden ist. Lieber mal ein Geschenk weniger und das Geld gespendet für Arme oder Obdachlose Menschen. Wenn das alle Deutschen tun würden, würde da eine ganze Menge Geld zusammen kommen. Ich weiß auch, dass man ehrenamtlich bei Caritas mitmachen kann und z.B. nachts die im Kältebus unterstützen kann. Oder bei einer Caritas Organisation Essen verteilen usw. Die sind für jede Hilfe sehr dankbar.

    Auf diesem Weg Zauberblütchen wünsche ich dir ebenso ein besinnlich, schönes Weihnachtsfest mit all deinen Lieben 🙂 Und ich finde deinen Beitrag echt klasse 🙂

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